Es geht um das Netz, das Internet, das World Wide Web. Nicht als etwas Statisches, sondern zum Mitmachen, für alle. Jeder kann daran teilhaben, jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Das nennt man heute Web 2.0. Das Web zum Mitmachen, zum Einmischen, zum Verändern.
Wer kennt es nicht, das bekannte Wikipedia, das Lexikon des Volkes, auch das ist Web 2.0. Die Anfänge des World Wide Web sind lange her. Das Internet hat sich inzwischen stark verändert. Früher konnten keine privaten Nutzer auf Webseiten zugreifen, es sei denn, der Administrator, der Webmaster, gaben ihnen die Erlaubnis dazu. Heute kann jeder mitmachen, bei der Veränderung des Internet, bei den Inhalten, die eingefügt werden können.
Doch ist es das Gelbe vom Ei, wenn alles verändert, eingefügt, geschrieben werden kann? Wer ist letztlich die Kontrollinstanz für ein System, das auch aus dem Ruder gleiten kann. Diese kritischen Stimmen sind hörbar und dürfen nicht überhört werden. Und dennoch hat Web 2.0 dem Internet eine Wende gebracht, die nicht übersehen werden darf. Endlich kann Otto Normalbürger auch mit seinen Texten, seinen eigenen Worten, seinen eigenen Gedanken am Geschehen in der Welt teilhaben. Und muss nicht abseits stehen und andere für sich sprechen lassen, die vielleicht gar nicht mal wirklich seine Sprache sprechen.
Tim O'Reilly hat den Begriff Web 2.0 geprägt, am 30. September 2005, in einem Artikel, der im Original What is Web 2.0 hieß, "Was ist das Web 2.0". Als es endlich auch eine neue Begrifflichkeit gab für das Einmischen, das Mitmischen der Menschen weltweit, begann endgültig eine neue Ära im Internet. Es wurden soziale Tendenzen offensichtlich, die Menschen wollten nicht mehr länger einfach nur zuschauen und Unbeteiligte am Rande sein. Sie wollten mitmachen, im Internet, es begann die Bildung neuer Netzwerke, von untereinander noch unbekannten Menschen, die aber eines zum Ziel haben: ihre Spuren im Netz zu hinterlassen und das World Wide Web auf ihre eigene Art und Weise zu prägen. Eine Hauptsache des Web 2.0 sind sicher die Blogs, die inzwischen so gut wie jeder kennt. Hier kann jeder sein eigenes Tagebuch schreiben, seine eigene Zeitung per Knopfdruck mit Nachrichten und Geschehnissen füllen, die im persönlich wichtig erscheinen.
Web 2.0, ein Weg, der von der kommerziellen Nutzung des Internets zu einer vermehrten privaten Nutzung geführt hat. Und es hat die Menschen nicht voneinander entfremdet, ganz im Gegenteil. So wie bei der breiten Streuung von Handys geglaubt wurde, die Kommunikation der Menschen würde weniger werden, wurde auch das Internet von Vielen als Werkzeug zur Entfremdung der Menschen angesehen. Das Gegenteil war bei den Handys der Fall. Es wurde festgestellt, das die Menschen mehr miteinander kommunizieren, und nicht nur Altersklasse der Jungen, der 14 ? 30 Jährigen. Das Internet ist inzwischen für viele Menschen nicht mehr nur Werkzeug zur Ablenkung, zur Entspannung und zum Abtauchen aus der Realität, was ihm so mancher Kritiker vorwarf. Durch den Wandel hin zu Web 2.0 hat etwas ganz Neues begonnen. Ein Netz, das wirklich ein Netz ist und Menschen miteinander verbindet. Ein weltweit umspannendes Medium, mit dem eine ganze Vielzahl der Erdenbürger erreicht werden können. Ein Netz, das zum Mitmachen und nicht zur zum Zuschauen gedacht ist. Denn Web 2.0 ist nichts für reine Konsumenten, Web 2.0 ist, selbst beteiligt zu sein, an Worten, an Veränderungen, an der Welt.
Web 2.0 hat die Welt des Internets radikal verändert, eine Revolution ohne Blut und ohne Gewalt, welche die Menschen, die oft durch den drahtlosen Verkehr voneinander getrennt waren in Einzelpersonen, wieder zu Gruppen, zu Netzwerken vereint. Und Web 2.0 wird niemanden mehr loslassen, der einmal damit angefangen hat, ein Teil des Internets, ein Teil des World Wide Webs zu sein...
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